Was mache ich, damit ich nicht immer vergesse zu klopfen?

Kennst du das auch, dass dir erst hinterher einfällt: Mensch, das hätte ich echt klopfen können oder sollen?
Oder dass du einfach vergisst, dass du täglich klopfen wolltest?
Oder – dafür machst du dich vielleicht noch mehr fertig – du denkst ans Klopfen, machst es aber trotzdem nicht?
Glaub mir – damit bist du nicht alleine!
Die Frage: wie schaffe ich es, dass ich ans Klopfen denke? ist die Frage, die nach dem Klopf-Kongress besonders oft gestellt wurde.

Meine erste Frage an dich ist:

Du bist in einer Situation, in der es dir nicht gut geht.
Denkst du wirklich nicht ans Klopfen oder denkst du dran und machst es trotzdem nicht?

Achtung: es nützt dir nichts, wenn du bei der Antwort schummelst. Du weißt ja sowieso, was wahr ist!
Es geht auch nicht darum, es zu bewerten oder dich dafür fertig zu machen.
Es ist einfach eine „innere Inventur“. Eine Beobachtung. Eine Feststellung.

Also noch mal:
vergisst du, dass du klopfen könntest?
Oder fällt es dir ein, aber 😉 es hält dich ein „aber“ davon ab?

1. Ich denke nicht dran!

Je schlimmer die Situation ist, desto normaler ist es, dass du eben nicht daran denkst.

Wenn der fight, flight oder freeze – Modus aktiviert wird, dann geht es ums Überleben und alle Funktionen, die dafür nicht so wichtig sind, werden erst mal deaktiviert.
Dazu gehört auch das Nachdenken.

In einer Situation in der es um Leben und Tod geht ist nur wichtig, dass du fliehen, kämpfen oder – wenn beides nicht klappt - in die Schockstarre fallen kannst.
Wenn du erst lange überlegst, welche Option denn jetzt die Beste ist, dann bist du im Ernstfall vielleicht schon gestorben, bevor du dich entschieden hast...

Damit dir das nicht passiert, schaltet der Körper in den Notfallmodus und fokussiert sich auf das wirklich Wichtige. Darauf, schnell zu reagieren.

Falls du dich innerlich bisher dafür ausgeschimpft hast, dass dir das Klopfen nicht einfällt, wenn du es besonders nötig hättest, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, dir zu sagen:
Ich konnte gar nicht anders reagieren und ich verzeihe mir dafür, dass ich mich runtergemacht und ausgeschimpft habe.

Spür nach, was das mit dir macht.

Wenn du den Eindruck hast, dass das noch nicht reicht und du immer noch genervt bist, dann könntest du z.B. klopfen:

  • Auch wenn es mich ärgert (wütend macht / sauer macht / frustriert / nervt,…) , dass ich dann, wenn es wirklich wichtig ist, nicht daran denke zu klopfen, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.                                                                                                        
  • Auch wenn ich mich dafür verurteile, dass ich nicht ans Klopfen gedacht habe, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.                                                                                
  • Auch wenn es mich tierisch nervt, dass ich mich nicht ans Klopfen erinnere, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin. Ich verzeihe mir dafür, dass ich mich so fertig gemacht habe und ich danke dir, lieber Körper, dafür, dass du mit deiner Reaktion dafür gesorgt hast, dass ich überlebe.                                                                              

An den Klopfpunkten sagst du dann einfach das, was das Thema war: ich bin wütend / ich bin sauer / ich bin frustriert / ich bin genervt / ich bin so blöd / warum denke ich nicht dran? Sprich einfach deine Gedanken aus.

Das sind natürlich nur Beispiele. Pass sie so an, dass sie für dich stimmig sind. Nimm deine Worte und sag es in deinem Stil. Sei einfach du selbst.

In diesen beiden Artikeln HIER und HIER gibt es weitere Tipps, wie du die richtigen Worte für dich findest.

Wenn du mit einem „okay, war eben so“ daran denken kannst, dass du nicht geklopft hast und es für dich wirklich okay ist, dann kannst du überlegen, wie du das Klopfen mehr in deinen Alltag integrierst.

Je „normaler“ es für dich ist, desto eher denkst du auch in Notfallsituationen daran.

Wie wäre es, wenn du jeden Tag 5 Minuten klopfst?

Am Anfang haben es neue Gewohnheiten manchmal in sich. Selbst, wenn es nur um 5 Minuten geht.
Probier es aus und du wirst merken was dir plötzlich alles einfällt, damit du dir diese 5 Minuten Zeit nicht nimmst...

Am Einfachsten klappt es mit neuen Gewohnheiten, wenn wir sie mit etwas anderem verbinden und dann über einen längeren Zeitraum TÄGLICH machen.
Ohne Ausreden gelten zu lassen. Da brauchen wir schon ne gewisse Willenskraft.

Wann kannst du diese 5 Minuten am Besten in deinem Tag unterbringen?

  • Morgens nach dem Zähneputzen?
  • Direkt nach dem Aufstehen?
  • In der Mittagspause?
  • Wenn du deine Runde mit dem Hund drehst?
  • Vorm ins Bett gehen?

Überleg dir jetzt einfach, wann es für dich besonders gut passt.
Und dann zieh es durch
.

  • Mach dir eine Erinnerung ins Handy.
  • Arbeite mit Post it’s.
  • Kleb dir ne Erinnerung an die Zahnpastatube.
  • Kleb dir einen Zettel an die Nachttischlampe.

Ganz egal, wie blöd es dir auch vorkommen mag - mach es trotzdem.


Je nach Studie kursieren andere Zahlen, aber wenn du es 30 Tage nacheinander ständig gemacht hast (auch am Wochenende! 30 Tage am Stück!), dann sollte es für dich schon zur Gewohnheit geworden sein.

Du kannst dich beim Klopfen mit positiven Dingen beschäftigen, wie ich das hier im Kurs mache. Im Kurs bekommst sogar jeden Tag eine Email, die dich ans Klopfen erinnert.

Du kannst auch einfach nur „Stress“ klopfen, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Wichtig ist für den Anfang, dass du es täglich machst und keine Ausreden gelten lässt!

keine Ausreden

Dir fehlt die Disziplin oder Willenskraft? Wie wäre es hiermit:

Auch wenn ich jetzt schon weiß, dass ich das sowieso nicht durchziehe, weil mir die Willenskraft fehlt, liebe und achte ich mich so wie ich bin.

Auch wenn ich Angst habe, dass mir die Disziplin fehlt liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin und entschiede mich, es dieses Mal durchzuziehen und dran zu bleiben.

Auch wenn mir ____________ immer gesagt hat, dass ich keine Disziplin habe, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin. Vielleicht war es damals wahr. Vielleicht war es auch damals schon nicht meine Wahrheit, sondern die Sache war mir einfach nicht wichtig. Heute ist es mir wichtig, dass ich die Disziplin aufbringe und darum entscheide ich mich dafür, dass es mir überraschend leicht fällt, die nötige Willenskraft aufzubringen und täglich zu klopfen. Ich schaffe das!

Jetzt spür wieder nach:
Wie reagierst du darauf, täglich zu klopfen?
Gibt es noch mehr störende Gedanken, Gefühle und Körperreaktionen?
Arbeite sie der Reihe nach ab, bis die Vorstellung für dich total okay ist.

Und dann überleg dir, wo du diese 5 Minuten in deinen Tag einplanst und zieh es durch!

In die Hausapotheke und den Verbandskasten im Auto kannst du dir ganz einfach einen Zettel „bitte klopfen“ legen. So erinnerst du dich daran, wenn du z.B. ein Pflaster brauchst, dass du zusätzlich auch noch klopfen kannst.


2. Ich denke dran, mache es aber trotzdem nicht!

Du hast schon dran gedacht, dass du klopfen könntest, aber… es kam dir immer ein „aber“ dazwischen? Und du weißt, dass es eigentlich nur Ausreden sind?

Was macht das mit dir?
Was geht in dir vor, wenn du drüber nachdenkst, dass du nicht klopfst, obwohl du weißt, dass es dir gut tut?
Was denkst du?
Was fühlst du?
Welche Körperreaktionen hast du?
Was sagst du innerlich zu dir selbst?

Nimm dir einen Moment und schreib all das auf.
Das sind alles Sachen, die du klopfen kannst.

Wie kann ich so blöd sein?
Auch wenn ich mich frage, wie ich so blöd sein kann und nicht klopfe, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.

Warum klopfe ich nicht? Will ich etwa nicht, dass es mir besser geht?
Auch wenn es so scheint, als will ein Teil von mir nicht, dass es mir besser geht, weil ich einfach nicht klopfe obwohl ich weiß, dass es mir gut tut, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.

Ich bin es leid, ständig diese Ausreden zu haben!
Auch wenn ich es leid bin, mir ständig diese Ausreden zu erzählen, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin und entscheide mich,...

Ich hab einfach keine Zeit zum Klopfen!
Auch wenn ich keine Zeit zum Klopfen habe, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin. Ich weiß, dass ich mir die Zeit nehmen müsste, aber ich tue es nicht. Vielleicht bin ich mir nicht wichtig genug. Ich entscheide mich, mich ab sofort wichtiger zu nehmen und mehr auf meine Bedürfnisse zu achten.

Wer weiß, was ich damit lostrete…
Auch wenn ich Angst davor habe, was ich mit dem Klopfen lostrete, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin. Ich traue mir nicht zu, die Sache alleine anzugehen und das ist völlig okay. Ich wertschätze, dass ich mich und meine Bedürfnisse ernst nehme und entscheide mich, mir Hilfe und Unterstützung zu holen, wenn es sich für mich richtig und wichtig anfühlt.

Ich hab nen Kloß im Magen
Auch wenn ich einen Kloß im Magen habe, nur weil ich daran denke, dass ich einfach nicht klopfe, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.

Du kannst auch eine Liste mit deinen „abers“ machen:

Ich würde ja gerne klopfen, aber ich habe keine Zeit.
Ich würde ja gerne klopfen, aber ich weiß nicht, was ich sagen soll.
Ich würde ja gerne klopfen, aber ich wüsste gar nicht, welche Klopftechnik ich nehmen sollte.
Ich würde ja gerne klopfen, aber in dieser Situation geht es wirklich nicht. Es soll ja keiner sehen. Ich mach das heute Abend in Ruhe.
Ich würde ja gerne klopfen, aber ich muss noch erst…
Ich würde ja gerne klopfen, aber...

Notizzettel mit aber - Ausflüchten

Auch hier gilt wieder: schreib alles auf. Egal wie peinlich oder doof es ist.
Manchmal reicht es auch schon, es aufgeschrieben und sich bewusst gemacht zu haben, damit man es verändern kann!

Ansonsten ist das wieder eine schöne Liste zum abarbeiten und durchklopfen.

Wenn dir das alles nicht hilft, um alleine weiterzukommen, dann hol dir Unterstützung!
Auf der Seite vom Verband für Klopfakupressur findest du sicher auch jemanden in deiner Nähe und / oder jemanden, der Online arbeitet.

Zusammenfassung:

Erkenne ehrlich, warum du nicht klopfst.
Trainier dir neue Angewohnheiten an.
Bearbeite deine „abers“.

Plane 5 Minuten am Tag ein.
Klopf „einfach“. Mach es!

Jetzt bin ich gespannt. Schreib mir doch im Kommentar:
Wo hast du dich wiedererkannt?
Wie erinnerst du dich ans Klopfen?
Was ist deine Routine?

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Michaela, ja Du hast so recht. Dabei erwische ich mich auch oft. Ich habe mir schon etwas Disziplin angewöhnt und arbeite dran. Danke für die Tips. Liebe Grüße Anke

    • Liebe Anke,
      mir hilft es dann auch, mit mir so umzugehen, wie ich mit einer Freundin umgehen würde. Anstatt mich auszuschimpfen zu sagen: okay, dieses Mal habe ich nicht dran gedacht, aber beim nächsten Mal klappt es sicher besser.
      Das nimmt bei mir gleich Druck raus.

      Liebe Grüße
      Michaela

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