Diese Übung hilft dir dabei, im Unterbewusstsein aufzuräumen. Traust du dich?

willst du wie die Titanic enden

Du hast vermutlich schon viel über Bewusstsein und Unterbewusstsein gelesen – hier und auch anderswo.

Ich möchte dir heute am Beispiel von einem Eisberg den Unterschied erklären.
Und ich habe eine Übung für dich - einen Eisberg-Test sozusagen.


Das Bewusstsein umfasst deine Gedanken, deine Glaubenssätze und deine Sichtweisen. Alles, wie du die Welt siehst und darauf reagierst.


Das Unterbewusstsein umfasst deine Erfahrungen, Erinnerungen und Erlebnisse. Und die Schlüsse, die du daraus gezogen hast.

Warum du glaubst, was du glaubst.
Warum du diese Sichtweisen hast.
Warum du die Welt siehst, wie du sie siehst.
Dort finden sich deine Gier, deine sexuellen Lüste, Unsicherheiten, Ärger, Ängste, Verletzungen, Beweggründe, irrationaler Drang, Wut, Trauer…
Alle Emotionen, die du bisher runtergeschluckt oder unterdrückt hast und nicht zulassen konntest oder wolltest.


Ich mag das Bild von einem Eisberg und möchte es anhand des Bildes noch deutlicher erklären.

Eisberg

Der sichtbare Teil vom Eisberg entspricht deinem Bewusstsein.

Der Teil, der unter der Wasseroberfläche verborgen ist, stellt dein Unterbewusstsein dar.


Ich sehe nur den Teil von dir, der über der Wasseroberfläche ist.
Ich sehe dich so, wie du dich durch deine Filter, Glaubenssätze und Sichtweisen präsentierst.

Den Teil unter der Wasseroberfläche sehe ich nicht. Und ich kann ihn auch nicht erahnen. Vielleicht hast du selbst nur eine lose Ahnung, was da alles „lauern“ könnte…

Wenn wir in einer Situation unangemessen reagieren, dann ist das oft eine Reaktion auf „etwas“, was in unserem Unterbewussten vor sich geht.


Ich erinnere mich noch gut an meine Schmerzen im Ellbogen, die immer wieder – für mich damals völlig unkontrollierbar und unvorhersehbar – auftraten.
Den Arm „einfach hängenlassen“ ging nicht, weil er dann sehr schnell sehr weh getan hat. Trotzdem hatte ich die Hand nicht immer in der Hosen- oder Jackentasche und eine Armschlinge wollte ich auch nicht tragen. Also hing er doch oft runter und tat bald höllisch weh.
Auf einer Veranstaltung sind dann kurz hintereinander mehrere Leute an meinen Arm gerempelt (was im Gedränge völlig normal war. Es war von keinem eine böse Absicht dabei) und ich musste mich sehr zusammenreißen, damit ich den Leuten nicht vor Schmerz eine gelangt habe.

Das wäre der Situation völlig unangemessen gewesen, aber für mich war es ein zusätzlicher Kraftakt, keine Ohrfeigen zu verteilen.


Du kennst das sicher auch, dass du schlechte Laune hast, weil du dich über jemanden oder etwas geärgert hast. Der Ärger „schmort“ in dir.
Dann sagt jemand etwas zu dir oder stellt dir eine harmlose Frage und du explodierst.

explodieren

Die „Explosion“ hat dann mit dem Ärger in dir und gar nichts mit der Person, die es gerade abbekommen hat, zu tun.
Vielleicht bist du dann zusätzlich auch noch wütend auf dich, dass du jemanden angebrüllt hast, der es nicht "verdient" hat... 

Das ist dann zusätzliche Wut, die im Unterbewusstsein weiter gärt… bis zur nächsten Explosion – zumindest, solange du nichts an der Wut änderst, sondern sie ignorierst oder runterschluckst.

Das ist es, was wir „Trigger“ nennen.

Bei dem Arm oder einem verletzten Körperteil wissen wir sofort, warum wir so reagieren. Haben wir uns gerade erst über jemanden oder etwas geärgert, dann wissen wir es auch.

Es kann aber auch gut sein, dass dieses „Etwas“ schon Wochen, Monate oder Jahre zurückliegt.
Und es gibt die verschiedensten Trigger:

  • ein Geräusch
  • eine Erinnerung
  • ein Gesichtsausdruck
  • eine Frage
  • eine Farbe
  • eine Berührung
  • ein Lied
  • ...

Das kann quasi alles sein.

Der Trigger ist dann sozusagen eine Zeitmaschine und katapultiert dich in Nullkommanichts zurück.

Ob du dich bewusst daran erinnerst oder nicht, aber du FÜHLST es.


Ich lade dich zu einer vierteiligen Übung ein, in der wir uns um das kümmern, was sich unter der Wasseroberfläche abspielt.


Teil 1:

Schreib dir doch mal auf, was die Menschen von dir sehen.
Wie zeigst du dich?
Welche Teile zeigst du?
Wie sieht „die Welt“ dich?

  • Bist du diejenige, die immer gut drauf ist?
  • Bist du derjenige, der immer mit einer helfenden Hand zur Seite steht?
  • Bist du jemand, der „anders“ ist?
  • Bist du jemand mit komischen Ideen?
  • Jemand, der immer wieder etwas Neues ausprobiert?
  • Jemand der schnell auf 180 ist?
  • Jemand, der mit „allem“ fertig wird?
  • Jemand, der faul ist?
  • Der, der an Allem etwas Positives findet?
  • Die, die nicht NEIN sagen kann?
  • Der Korinthenkacker?
  • Die Heulsuse?
  • Der Zweifler?
  • Jemand, dem Durchhaltevermögen fehlt?
  • Höflich oder unfreundlich?
  • Entspannt oder gestresst?
  • Systematisch oder chaotisch?
  • ...oder ganz anders?

Werde dir bewusst, welche Teile von dir du anderen Menschen zeigst und welche Teile du für dich behältst.

Schreib dir auf, was von deinen unbewussten Sachen andere Menschen sehen dürfen.
Was gibt es bei dir im Unbewussten, was du trotzdem anderen Menschen (vielleicht auch nur ein paar engen Freunden) zeigen kannst und auch zeigst?

Wenn du dir alles aufgeschrieben hast, dann geht es weiter mit Teil 2.

Teil 2

Schreib dir auf, was NIEMAND sieht.
Und was auch niemand sehen darf oder soll.

  • Was versteckst du unter der Oberfläche?
  • Welche Gefühle, Gedanken, Gelüste…?
  • Was gibt es da, was du NIEMANDEM erzählen magst?
  • Was darf NIEMAND über dich wissen?
  • Was ist dir zu peinlich, traurig, schmerzhaft,… ?
  • Welche Verletzungen schlummern da noch?
  • Welche Ängste unterdrückst du?
  • Welche Unsicherheiten verstecken sich da?
  • Gibt es noch Trauer, die du nicht gelebt hast?
  • Wut, die du unterdrückt hast?
  • Was hältst du bewusst zurück?

Nimm dir einen Moment und schreib alles auf.

  • Bist du immer noch wegen einer „Lappalie“ wütend auf deinen Partner?
  • Träumst du von ausgefallenem Sex mit einer/ einem Unbekannten, obwohl du glücklich in einer Beziehung bist und überhaupt nicht weißt, woher diese Träume und dieses Verlangen kommen?
  • Bist du todunglücklich im Job und ignorierst es?
  • Fühlst du dich deswegen hilflos?
  • ​Wirst du um dein Selbstbewusstsein beneidet und fühlst dich überhaupt nicht selbstbewusst?
  • Du trauerst über den Tod deines Haustiers mehr als über den Tod eines Angehörigen?
  • Du kannst dein Kind nicht lieben?
  • Du liebst ein Kind so viel mehr als das andere, obwohl du alle gleich gerne haben möchtest?
  • Bist du manchmal so wütend, dass du etwas kaputt schlagen könntest oder das auch (heimlich) machst?
  • Gibt es eine Situation, an die du nicht denken kannst, weil du dann schon ________________ (traurig, wütend, ängstlich, verzweifelt, ohnmächtig,…) wirst?
  • Du „musst“ immer noch mehr __________________ (Bücher, Handtaschen, Klamotten, Schuhe, Teddybären,…) kaufen?
  • Was „lebt“ in deinem Unterbewusstsein?
Achtung

Wichtig!

Bewahre diesen Zettel oder dieses Dokument so auf, dass es niemand anders sehen und finden kann.

Im Zweifel entsorge es sofort wieder - oder nachdem du einige Themen davon bearbeitet hast. Es ist nur für dich und deine Augen gedacht!


Wenn es dich schon stresst, diese Liste zu schreiben, dann bearbeite doch erst einmal den Stress. Hier findest du z.B. ein Video zum Mitklopfen!  

Teil 3:

Schreib dir jetzt auf, was du gerne möchtest, was die Menschen von dir sehen.
Wie möchtest du gerne gesehen und wahrgenommen werden?

Hier gibt es ausnahmsweise mal keine Beispiele, denn ich möchte nicht, dass du dich daran festhältst.
Wichtig ist, wie DU gerne gesehen werden möchtest.


Danach geht es zu Teil 4.

Schreib auf, welche Teile von dir zeigst du nicht (oder nur selten), obwohl du möchtest, dass andere Menschen dich so sehen?
Welche Teile von dir hältst du zurück?
Ahnst oder weißt du, warum das so ist?

Auch hier gibt es wieder keine Beispiele.

Wichtig ist, was DU gerne zeigen möchtest.

Wenn du die Fragen beantwortet hast, dann ist es jetzt an der Zeit, dass du dir auf die Schultern klopfst.
Du warst wirklich mutig und hast dich getraut, dir deinen Eisberg ganz genau anzuschauen.

Die Teile 1 und 2 kannst du jetzt natürlich beklopfen.

Mit der klassischen Klopfakupressur z.B. so:

Auch wenn nie jemand erfahren darf, dass ich _______________  (mein Kind nicht liebe, komische sexuelle Lüste habe, gar nicht so selbstbewusst bin wie ich wirke,…) liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin.

Auch wenn es mich ___________________ (wütend, ängstlich, unsicher, traurig, ohnmächtig,…) macht, dass ich _________________________ (mein Kind nicht liebe, komische sexuelle Lüste habe, gar nicht so selbstbewusst bin wie ich wirke,…) akzeptiere ich mich und meine Gefühle.

Auch wenn ich ________________________ (diesen Teil von mir) überhaupt nicht akzeptieren kann, liebe und akzeptiere ich mich dafür, dass es jetzt so ist. Und ich öffne mich für die Möglichkeit, dass ich es ein kleines Stück akzeptieren kann. Vielleicht zu 10%.

Beim Modernem Energietappen fragst du dich:

Was brauche ich jetzt  _____________ (damit ich mein Kind lieben kann, um meine sexuellen Lüste zu befriedigen, um selbstbewusst zu sein)?

Was brauche ich jetzt, um meine ________________________ (Wut, Angst, Unsicherheit, Traurigkeit, Ohnmacht,…) zu überwinden?

Wie möchte ich mich jetzt fühlen?

Was brauche ich jetzt, damit ich mich so fühle?

Das klopfen, was dir in den Sinn kommt (ohne zu zensieren!). Es muss nicht logisch sein.

Meine Anleitung dazu findest du hier die von Silvia Hartmann hier.


Die Teile 3 & 4 eignen sich besonders gut für Positiv Tapping bzw. Modernes Energietappen.

Was brauche ich jetzt, damit die Menschen das von mir sehen, was ich ihnen gerne zeigen möchte?

Was brauche ich jetzt, damit ich mehr von dem zeigen kann, was ich gerne zeigen möchte?

Was brauche ich jetzt, damit es mir leicht(er) fällt, mehr von der Seite zu zeigen, die ich gerne zeigen möchte?

Und das, was aufkommt, wird geklopft.

Diese Übung hilft dir dabei, bessere und authentischere Beziehungen aufzubauen.
Aber natürlich nur, wenn du sie auch MACHST und nicht nur liest. 😉


Und was hat das alles jetzt damit zu tun, ob du wie die Titanic enden möchtest?

Wäre der komplette Eisberg nicht größer gewesen als der sichtbare Teil, dann wäre sicher alles gut gegangen.
Es war der riesige Unterwasserteil, der unterschätzt wurde.
Das hat schlussendlich dazu geführt, dass die Titanic den Eisberg gerammt hat und gesunken ist.

Wenn du also unnötige Kollisionen im Leben vermeiden möchtest, dann kümmere dich um den nicht sichtbaren Teil deines Eisbergs.
Jetzt.


Du musst das auch nicht alleine machen.
Es gibt viele Klopffachleute, die dich dabei unterstützen können.

Hier findest du einige in der Übersicht (ich bin auch dabei)


Es kommt täglich neuer Stress dazu.
So ist das Leben und das geht uns allen so.
Aber es liegt an dir, wie du mit diesem Stress umgehst!

Verrätst du uns im Kommentar einen sichtbaren und / oder unsichtbaren Teil deines Eisbergs?

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Michaela, eine Frage brennt mir schon lange auf den Nägeln:
    Wenn ich etwas beklopfe, was ich im Moment an mir überhaupt nicht akzeptieren kann und mir doch so wünsche zu akzeptieren, damit ich endlich in Frieden damit komme, und ich sage dann beim Klopfen, dass ich es so akzeptiere, wie es im Moment gerade ist, dann spreche ich eine Unwahrheit aus, die natürlich auch energetische Rückwirkung auf mich hat. Ich spüre dann sofort den inneren Widerstand. Macht das wirklich Sinn zu sagen, dass man etwas akzeptiert, wenn man es gerade nicht akzeptieren kann? Das ist doch unauthentisch und damit das Gegenteil von dem, was wir beim Klopfen eigentlich sein wollen. Ich freue mich über Deinen Rat und schließe mich meiner Vorrednerin an. Deine Artikel sind echt hilfreich und ich schätze sie sehr.
    Liebe Grüße von Sabine

    • Liebe Sabine,

      wenn es dir nicht gelingt, die Situation zu akzeptieren, dann probiere es doch mal so:

      Auch wenn ich nicht 100%ig akzeptieren kann, dass ich _______________ (z.B. so oft automatisch wütend reagiere, obwohl ich es lieber ruhig erklären würde) bin ich okay, wie ich bin und akzeptiere mich, so gut es gerade geht.

      Auch wenn ich nicht 100%ig akzeptieren kann, dass ich _______________ (z.B. so oft automatisch wütend reagiere, anstatt gelassen zu bleiben) bin ich okay, wie ich bin und öffne mich dafür, diesen Teil von mir zu akzeptieren.

      Auch wenn in mir sofort Widerstände hochkommen und ich überhaupt nicht akzeptieren kann, dass ich so reagiere, bin ich trotzdem ne tolle Frau (ein toller Mann) und gebe mir die Erlaubnis, ab sofort anders reagieren zu dürfen.

      Auch wenn ich total unauthentisch bin, wenn ich sage, dass ich mich und mein Verhalten akzeptiere, weil das totaler Humbug ist, bin ich okay, wie ich bin. Es ist okay, wenn ich das jetzt noch nicht akzeptieren kann. Ich öffne mich für die Möglichkeit, dass es mir von Tag zu Tag besser gelingt.

      Auch wenn es mich ______________ (wütend, traurig, ohnmächtig, hilflos,…) macht, dass ich diesen Teil von mir, der ________________ (z.B. so oft automatisch wütend reagiere, anstatt gelassen zu bleiben) nicht akzeptieren kann, bin ich okay, wie ich bin und entscheide mich dafür, liebevoll mit mir umzugehen und meine Grenzen wertzuschätzen.

      Auch wenn ich überhaupt nicht akzeptieren kann, dass ich _______________ (z.B. so oft automatisch wütend reagiere, anstatt gelassen zu bleiben) bin ich okay, wie ich bin. Es gibt einen Grund dafür, warum ich jetzt noch nicht anders damit umgehen kann und ich entscheide mich dafür, diesen Grund jetzt zu erkennen.

      Alternativ könntest du auch mit Afformationen arbeiten, wie hier beschrieben. https://www.klopf-kongress.de/afformationen-und-klopfakupressur-der-turbo-um-deine-ziele-zu-erreichen/

      Zum Beispiel:
      Wie wäre es, wenn ich mich und mein Verhalten akzeptiere?
      Wie wäre es, wenn ich einen Weg finde, mich authentisch zu zeigen?
      Was wäre, wenn das ganz leicht ist?
      Wie wäre es, wenn ich von Tag zu Tag authentischer bin?

      Ich hoffe, da ist was für dich dabei.

      Liebe Grüße
      Michaela

  2. Liebe Michaela,

    ich danke Dir gaaanz herzlich für Deine Tipps und dass Du Dir die Zeit dafür genommen hast. Du bist auch ne tolle Frau! 🙂
    Mit den beiden Sätzen gehe ich sofort in Resonanz, wenn ich sie lese:

    – Auch wenn in mir sofort Widerstände hochkommen und ich überhaupt nicht akzeptieren kann, dass ich so reagiere, bin ich trotzdem ne tolle Frau und gebe mir die Erlaubnis, ab sofort anders reagieren zu dürfen.
    – Auch wenn ich überhaupt nicht akzeptieren kann, dass ich _______________ (z.B. so oft automatisch wütend reagiere, anstatt gelassen zu bleiben) bin ich okay, wie ich bin. Es gibt einen Grund dafür, warum ich jetzt noch nicht anders damit umgehen kann und ich entscheide mich dafür, diesen Grund jetzt zu erkennen.

    Ich habe nicht gewusst, dass man das Eingangs-Statement so weit modifizieren kann. Das ist echt hilfreich.
    Sei nochmal ganz herzlich bedankt und fühl Dich geknuddelt.
    Sabine

    • Liebe Sabine,
      danke für die Blumen. 🙂
      Wie schön, dass dich etwas von den Ideen anspricht. 
      Danke für den Hinweis, dass für dich nicht klar war, wie sehr man den Einstimmungssatz ändern und anpassen kann. Vielleicht schreibe ich mal einen Blogbeitrag darüber. 😉
      Liebe Grüße
      Michaela

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